Re: Langstreckenfreifunk / Alternative zu WLan
Hi -
das Problem beim CB-Funk ist die geringe Modulationsbandbreite, welche die Regulierungsbehörde
vorsieht. 4 Watt FM und 12 Watt PEP bei SSB sind mittlerweile ganz nett. Aber das 11 Meter-Band ist ein
Schrott-Band. Meistens weit oberhalb der Grenzfrequenz für die Raumwelle. Immerhin gilt für die
Bodenwelle Sichtlinie plus 10%. Damit sind je nach Standort zig Kilometer drin.
Wenn mal das 11 Meter-Band unterhalb der MUF liegt, dann muß man mit massiven Störungen rechnen. Eine
zuverlässige Datenübertragung geht zu Zeiten erhöhter Sonnenaktivität nur in den Nachtstunden.
Das beste, was man mit vertretbarem Aufwand im CB-Funk im legalen Rahmen AFAIK rausholen kann, sind 33,6
kBit Voll-Duplex. Dazu baut man eine Voll-Duplex Verbindung über zwei standleitungs-fähige Modems,
zwei Gabelschaltungen und 4 CB-Funk-Geräte mit 4 Antennen (oder zwei sehr teure RF-Zirkulatoren) für
eine Punkt-zu-Punkt Verbindung. Störungen sind aber eher die Regel als die Ausnahme.
Ein ziemlich großer Aufwand, geht aber. Für Internet auf einer weit abgeschiedenen Insel würde ich das
ja machen, wenn ich da wohnen würde, wenn es um "besser als nichts" geht.
Es geht im 11 Meter-Band auch schneller mit mehr Bandbreite, aber nur auf kurze Entfernung. Für
SRD-Geräte im 27 MHz-Band sind auch viel größere Modulationsbandbreiten zugelassen, aber nur bei
10mW effektiver Sendeleistung. Kann man also auch vergessen.
Es ist keine schlechte Idee, neue Menschen für den Amateurfunk zu interessieren, jedoch stehen IMHO die
dazugehörigen (und völlig überkommenen) Gesetze dem im Weg. Amateurfunker können zwar mit dem Rest
der Welt drahtlos kommunizieren, aber sie dürfen eben nicht kommunizieren was und wie sie wollen. Seit
es das Internet gibt, sind die Funkamateure in diesem Sinne keine privilegierte Gruppe mehr. Sie dürfen
und durften früher kostenlos und länglich mit dem Rest der Amateurfunkwelt kommunizieren, als es noch
unbezahlbar war, aber nichts wirkliches sagen. Ausser über das Wetter und über die Funktechnologie.
Die Analogie zum Amateurfunker wäre ein Angler, der jeden Fang unverrichterter Dinge wieder ins Wasser
werfen muß. Die Gesetzeslage ist dringend reformbedürftig.
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