Christian Siefkes | 24 Feb 2011 18:46

[ox-de] keimform.de: Guttenberg als Vorkämpfer für Freie Kultur?

URL: http://www.keimform.de/2011/guttenberg-als-vorkampfer-fur-freie-kultur/

Ist Noch-Verteidigungsminister Guttenberg, dessen Doktorarbeit in einem in
der Geschichte des Plagiats wohl ziemlich einzigartigen Umfang
<http://gut.greasingwheels.org/> aus von anderen geschriebenen Texten
zusammenkopiert wurde, ein engagierter Vorkämpfer gegen das "geistige
Eigentum -- und damit für Freie Kultur? Diesen Eindruck könnte man gewinnen,
wenn man die GegenRede zum Fall Guttenberg
<http://neoprene.blogsport.de/2011/02/23/update-zur-gegenrede-von-freerk-huisken-zum-fall-guttenberg/>
des regelmäßig für den Gegenstandpunkt schreibenden marxistischen Professors
Freerk Huisken liest.

Huisken nützt den "Fall Guttenberg", um gegen geistiges Eigentum und die
Privatisierung der Erkenntnis zu wettern. Beide verdienen Kritik, doch der
"Fall Guttenberg" hat damit nichts zu tun. So ist auch bei der
Freien-Software- und Freier-Kultur-Bewegung, wo das "geistige Eigentum" oft
explizit zurückgewiesen <http://www.gnu.org/philosophy/not-ipr.de.html>
wird, die Attribution, also die Anerkennung der Beiträge anderer,
selbstverständlich und wird praktisch universell praktiziert. Bei den
Creative-Commons-Lizenzen wird sie sogar von der Lizenz gefordert, bei
Freier Software gehört sie einfach zum guten Ton. Zusammenarbeit unter Peers
funktioniert auch nur so, denn wenn einer die Beiträge anderer als seine
eigenen ausgeben würde, würde er die anderen mit Sicherheit verprellen.

Und für die Wissenschaft gilt dasselbe. Nicht umsonst gibt es das Schlagwort
vom Wissenskommunismus <http://de.wikipedia.org/wiki/Wissenskommunismus>,
das sich auf die Selbstverständlichkeit bezieht, mit der man in der
Wissenschaft auf den Erkenntnissen anderer nicht nur aufbauen darf, sondern
aufbauen soll. Das funktioniert aber überhaupt nur deshalb, weil die
Quellen, genau wie bei Freier Software, kenntlich gemacht werden. Denn die
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Gmane