Christian Siefkes | 10 Apr 2011 22:40

[ox-de] keimform.de / Streifzüge: Das gute Leben produzieren

URL: http://www.keimform.de/2011/das-gute-leben-produzieren/

[Veröffentlicht in: Streifzüge Nr. 51
<http://www.streifzuege.org/streifzuge-51-2011-inhaltsverzeichnis>]

Wenn wir über das gute Leben nachdenken, stellen wir uns ein Leben in Fülle
vor -- wo niemand Not leiden muss, wo es genug für alle gibt und jede/r
seine oder ihre Bedürfnisse befriedigen kann. Aber geht das überhaupt?
Scheitert die Möglichkeit eines Lebens in Fülle nicht zwangsläufig an der
Endlichkeit der Erde? Und wo soll die Fülle herkommen? Kommt nicht vor den
Freuden des Konsums die Mühsal des Produzierens, vor dem angenehmen "Reich
der Freiheit" das weniger erfreuliche "Reich der Notwendigkeit"? Um diese
zwei Herausforderungen für die Vision eines guten Lebens für alle soll es
im Folgenden gehen.

Der ökologische Fußabdruck
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Der *ökologische Fußabdruck* ist die Fläche auf der Erde, die nötig ist, um
den Lebensstil einer Gruppe von Menschen dauerhaft zu ermöglichen. Er
umfasst die Fläche, die benötigt wird, um die verwendeten Ressourcen
anzupflanzen bzw. abzubauen und um den Müll, der während Herstellung,
Nutzung und Entsorgung der genutzten Produkte anfällt, aufzunehmen und zu
absorbieren. Die Maßeinheit für den ökologischen Fußabdruck ist der
"globale Hektar" -- ein Hektar (hundertstel Quadratkilometer) Land von
durchschnittlicher Fruchtbarkeit.

Hier ergibt sich ein Problem, denn der ökologische Fußabdruck der
Menschheit beträgt derzeit achtzehn Milliarden globale Hektar, die
insgesamt verfügbare *Biokapazität* der Erde umfasst aber nur etwa zwölf
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Gmane